Mexikanische Kunst und Architektur
Überblick Kunst & Architektur
Mexikanische Kunst der Kolonialzeit
Mit der Ankunft der spanischen Eroberer in Mexiko kamen neue, bis dahin unbekannte Techniken, Materialien und Motive nach Amerika. Diese neuen Einflüsse vermischte sich jedoch nicht sofort mit der traditionellen Kunst der mexikanischen Indios, die von den Europäern lange Zeit als primitiv angesehen wurden. Jedoch war es sehr kostspielig, Kunstwerke aus Spanien nach Mexiko zu holen, und so entwickelte sich mit der Zeit eine künstlerische Szene in Mexiko.
Vor allem im Bereich Architektur und Handwerk entstanden einzigartige Kunstwerke. Große architektonische Projekte mussten jedoch von der Zentralverwaltung in Spanien genehmigt werden, daher hatten bald die meisten Gebäude eindeutige iberische Züge. Im Allgemeinen waren diese spanischen Eigenschaften eher in den Zentren der größeren Städte sowie den Hafenstädten zu erkennen, während in den kleineren Städten und im Landesinneren meist ein größerer Einfluss der Indio-Architektur vorherrschte.
In den Jahren der Eroberungskämpfe wurden zahlreiche Städte, Zeremonieplätze und Tempel der indigenen Völker zerstört und geplündert. Viele religiöse Kunstschätze wurden von den gläubigen Christen zerstört oder nach Spanien abtransportiert. Die Zerstörung von Kunst- und Kulturgütern der Indios und die Ersetzung durch spanische Elemente war zu dieser Zeit an der Tagesordnung und sollte die Kultur der Spanier in dem neu eroberten Land festigen. Aus Spanien kamen regelmäßig Architekten und Handwerker an, um die in der Neuen Welt geborenen Lehrlinge auf europäische Art und Weise auszubilden.
Im 18. Jahrhundert begannen die Kreolen, die in Mexiko geborenen Nachkommen der spanischen Eroberer, künstlerisch tätig zu werden und sich von der Kunst der iberischen Halbinsel zu emanzipieren. Es sollte noch lange dauern, bis auch die Indios und Mestizen das Selbstvertrauen finden würden, eigene Kunstwerke anzufertigen.




