Stil und Sprachgebrauch im Englischen: Linking Words, Contractions und mehr

  • Stil und Usage beschreiben die kleinen Entscheidungen, die dein Englisch natürlich klingen lassen, zum Beispiel I'll statt I will.
  • Die sechs wichtigsten Stilmerkmale sind Contractions, Linking Words, Füllwörter, Eggcorns, Eye Dialect und Compound Nouns.
  • Wer sie beherrscht, schreibt flüssiger und spricht selbstbewusster.

Du triffst Stilentscheidungen jedes Mal, wenn du I am zu I'm verkürzt oder however statt eines neuen Satzes wählst.

Was bedeutet Stil und Usage im Englischen?

Stil und Usage beschreiben, wie Muttersprachler Sätze über die reine Grammatik hinaus formen: durch Wortwahl, Satzfluss und Tonfall. Die Grammatik sagt dir, was korrekt ist. Der Stil sagt dir, was natürlich klingt.

Beispiele:

She'll arrive at six klingt natürlicher als She will arrive at six.

However, the train was late: Ein Verbindungswort glättet den Übergang.

Ice cream ist ein Compound Noun, obwohl es in zwei Wörtern geschrieben wird.

Ein sicherer Stil ist eines der deutlichsten Zeichen für echte Sprachbeherrschung.

Formeller und informeller Stil

Stil im Englischen teilt sich in zwei Register: formell und informell.

Formelles Englisch nutzt du in Aufsätzen, Geschäftsberichten und offizieller Korrespondenz. Informelles Englisch gehört in Gespräche, Nachrichten und lockere Texte.

Falsch: gonna in einer Hausarbeit an der Uni.

Richtig: In der Hausarbeit steht going to, in der Nachricht an Freunde gonna.

Beispiele:

I cannot attend the meeting tomorrow. (formell)

I can't make it tomorrow. (informell)

Füllwörter und Eye Dialect bleiben dem informellen Register vorbehalten. Contractions sind flexibler: In wissenschaftlichen Arbeiten vermeidest du sie, in Blogtexten, Zeitungsartikeln und geschäftlichen E-Mails sind sie längst üblich.

Die wichtigsten Stilmerkmale im Überblick

Stilmerkmal Definition Beispiele
Contractions Zwei Wörter, mit Apostroph zu einem verkürzt. can't, I'll, she's
Linking Words Wörter, die Sätze und Satzteile verbinden. however, therefore, for example
Füllwörter Laute oder Wörter, die Sprechpausen füllen. um, like, you know
Eggcorns Verhörte Wendungen, die fast Sinn ergeben. for all intensive purposes
Eye Dialect Bewusst abweichende Schreibweise für gesprochene Sprache. sez, wuz, gonna
Compound Nouns Zwei oder mehr Wörter, die ein Nomen bilden. ice cream, firefighter, mother-in-law

Contractions: Kurzformen im Englischen

Contractions sind Kurzformen aus zwei Wörtern, die ein Apostroph verbindet. Sie prägen die gesprochene Sprache und den informellen Schriftverkehr.

Positive und negative Contractions

  • Positive Contractions: Subjekt und Verb verschmelzen (I'll, she's, we've)
  • Negative Contractions: Verb und not verschmelzen (don't, isn't, won't)

Beispiele:

I'll call you later steht für I will call you later.

She's finished her homework steht für She has finished her homework.

We don't know the answer yet.

Achte auf 's: Es steht sowohl für is als auch für has. Nur der Rest des Satzes verrät dir, welche Form gemeint ist. In She's tired steht 's für is, in She's left für has.

Linking Words: Verbindungswörter und Bindewörter im Englischen

Linking Words, auch Verbindungswörter oder Bindewörter genannt, verknüpfen Gedanken zwischen Sätzen und Satzteilen. Sie sorgen für Textfluss und machen deine Argumentation nachvollziehbar.

Sie lassen sich in vier Gruppen einteilen:

  • Informationen ergänzen: and, also, furthermore
  • Gegensätze zeigen: but, however, on the other hand
  • Grund und Folge ausdrücken: because, therefore, as a result
  • Beispiele geben oder zusammenfassen: for example, in short, in conclusion

Beispiele:

The lesson was difficult. However, the students enjoyed it.

She studies hard; therefore, she gets good marks.

I love Italian food, for example pasta and pizza.

Satzanfänge auf Englisch mit Linking Words

Viele Linking Words eignen sich als Satzanfänge und ersetzen das ständige and oder but. Steht ein Linking Word am Satzanfang, folgt in der Regel ein Komma: However, the train was late. Steht es dagegen mitten im Satz, brauchst du meist kein Komma.

Füllwörter im Englischen

Füllwörter sind Laute oder Wendungen, die Pausen im Gespräch überbrücken. Im Gespräch wirken sie normal, im geschriebenen Text schwächen sie deinen Stil.

  • Gesprochene Füllwörter: um, uh, er, ah
  • Sprachliche Gewohnheiten: like, you know, I mean, basically
  • Schwache Verstärker, die wie Füllwörter wirken: very, really, just, literally

Beispiele:

Um, I think we should leave now.

The food was, like, really good.

I just wanted to ask a quick question.

Eggcorns

Eggcorns sind verhörte Wörter oder Wendungen, die durch etwas Ähnlichklingendes ersetzt werden und dabei fast Sinn ergeben. Den Begriff prägte der Sprachwissenschaftler Geoffrey Pullum, nachdem jemand eggcorn statt acorn geschrieben hatte.

Häufige Beispiele:

  • for all intensive purposes (richtig: for all intents and purposes)
  • old-timer's disease (richtig: Alzheimer's disease)
  • mute point (richtig: moot point)
  • doggy-dog world (richtig: dog-eat-dog world)

Eggcorns unterscheiden sich von Malapropismen (schlicht falsch verwendete Wörter) und Mondegreens (falsch verstandene Songtexte).

Eye Dialect

Eye Dialect meint bewusst abweichende Schreibweisen, die zeigen sollen, wie jemand spricht. Du findest sie vor allem in Romanen, Comics und Dialogen. Der Begriff geht auf den Sprachwissenschaftler George Philip Krapp und sein Werk The English Language in America zurück.

Streng genommen verändert echter Eye Dialect nur das Schriftbild, nicht die Aussprache: sez klingt genau wie says, wuz wie was. Formen wie gonna, wanna oder cuz bilden dagegen tatsächlich eine verkürzte Aussprache ab. Im Alltag werden beide Gruppen häufig unter Eye Dialect zusammengefasst.

Beispiele:

"Wanna grab a coffee?" he asked.

"I dunno what you mean," she replied.

In formellen Texten sieht Eye Dialect wie ein Fehler aus. In der Literatur macht er Figuren lebendig.

Compound Nouns

Compound Nouns setzen sich aus zwei oder mehr Wörtern zusammen und funktionieren als ein einziges Nomen. Sie gehören zu den produktivsten Bausteinen des englischen Wortschatzes.

  • Open: mit Leerzeichen geschrieben (ice cream, high school)
  • Closed: in einem Wort geschrieben (firefighter, toothbrush)
  • Hyphenated: mit Bindestrich verbunden (mother-in-law, runner-up)

Beispiele:

She bought a new smartphone last week.

We had ice cream after dinner.

His mother-in-law lives in Berlin.

Ob open, closed oder hyphenated, folgt keiner festen Regel. Im Zweifel hilft dir ein Wörterbuch.