Die Logik hinter den deutschen Artikeln
Alles, was du über deutsche Artikel wissen musst
Ein Artikel ist ein Wort, das ein Nomen begleitet und näher bestimmt. Er zeigt außerdem an, ob sich das Nomen auf etwas Bestimmtes oder etwas Allgemeines bezieht. Man unterscheidet drei grammatische Kategorien: Genus, Numerus und Kasus. Das Genus (das Geschlecht) kann weiblich, männlich oder sächlich sein. Der Numerus beschreibt, ob ein Nomen nur einmal (Singular) oder mehrmals (Plural) vorkommt. Und schließlich gibt es im Deutschen vier Fälle, die das Verhältnis des Nomens zu den anderen Satzteilen bestimmen: Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv.
Wie die meisten Sprachen kennt das Deutsche zwei Arten von Artikeln: den bestimmten und den unbestimmten Artikel. Sie stehen normalerweise vor dem Nomen. Die Unterschiede zwischen diesen beiden Artikelarten sind folgende:
Bestimmter Artikel: Der bestimmte Artikel steht bei einem Nomen. Wie der Name schon sagt, bezeichnet ein bestimmter Artikel etwas ganz Bestimmtes. Die bestimmten Artikel im Deutschen sind der (männlich), die (weiblich) und das (sächlich).
Beispiel: Der Hund rennt. Gemeint ist ein ganz bestimmter Hund, nicht einfach irgendein Hund.
Unbestimmter Artikel: Ein unbestimmter Artikel wird verwendet, wenn eine Sache, ein Gegenstand oder eine Person nicht genau bestimmt oder unbekannt ist. Die unbestimmten Artikel im Deutschen sind ein (männlich und sächlich) und eine (weiblich).
Beispiel: Ein Hund rennt. Wir wissen nicht, wem dieser Hund gehört, wir wissen nur, dass es ein Hund ist und dass er rennt.
Wann der bestimmte und wann der unbestimmte Artikel steht, machst du im Alltag intuitiv richtig. Richtig spannend wird es beim Genus, also bei der Frage, ob ein Nomen der, die oder das bekommt. Und genau dafür gibt es hilfreiche Regeln.
So erkennst du den richtigen Artikel an der Endung
Oft verrät dir schon die Endung des Nomens, welcher Artikel dazugehört.
Wie bei jeder Regel gibt es auch hier Unregelmäßigkeiten und Ausnahmen. Sieh die Regel deshalb eher als sehr guten Anhaltspunkt, um den richtigen deutschen Artikel zuverlässig zu bestimmen.
Ein interessantes Detail am Rande: Fast 45 % aller deutschen Nomen sind weiblich, sie bekommen also die. Der sächliche Artikel das kommt dagegen am seltensten vor. Wer bei einem unbekannten Wort raten muss, liegt mit die daher am häufigsten richtig.
So erkennst du das Geschlecht deutscher Nomen
Man hört oft, das Geschlecht jedes Nomens müsse man einzeln auswendig lernen. Trotzdem gibt es einige hilfreiche Muster, an denen du dich orientieren kannst. Ausnahmen gibt es zwar, aber oft lässt sich das Genus eines Nomens gut an seiner Endung ablesen. Hier ein grober Überblick:
Männliche Nomen (der): Nomen, die auf -or, -ling, -ig, -ner oder -ismus enden, sind meist männlich. Beispiele:
- der Generator
- der Frühling
- der Honig
- der Rentner
- der Kapitalismus
Weibliche Nomen (die): Nomen, die auf -ung, -ie, -ei, -keit, -heit, -schaft, -tät, -ik oder -tion enden, sind in der Regel weiblich. Beispiele:
- die Zeitung
- die Komödie
- die Bäckerei
- die Tätigkeit
- die Schönheit
- die Mannschaft
- die Universität
- die Musik
- die Situation
Sächliche Nomen (das): Nomen, die auf -chen, -lein, -ment, -tum, -ma oder -um enden, sind meist sächlich. Beispiele:
- das Mädchen
- das Fräulein
- das Supplement
- das Rittertum
- das Schema
- das Museum
Wenn du auf diese Endungen achtest und sie mit dem richtigen bestimmten Artikel verbindest, erkennst du nach und nach ein System in den deutschen Nomen, das dir vorher wahrscheinlich nie aufgefallen ist.
Geschlechtsregeln für Personen, Tiere und Berufe im Deutschen
Im Deutschen sind Nomen, die männliche Lebewesen bezeichnen, ob Mensch oder Tier, in der Regel männlich und bekommen den Artikel der. Beispiele:
- Männliche Personen: der Mann, der Vater, der König
- Männliche Tiere: der Hengst, der Hahn
Umgekehrt sind Nomen, die weibliche Lebewesen bezeichnen, meist weiblich und bekommen die. Beispiele:
- Weibliche Personen: die Frau, die Mutter, die Königin
- Weibliche Tiere: die Stute, die Henne
Es gibt allerdings Ausnahmen. Verkleinerungsformen wie das Mädchen und das Fräulein sind zum Beispiel sächlich, obwohl sie sich auf weibliche Personen beziehen. Das liegt daran, dass Nomen auf -chen oder -lein im Deutschen fast immer sächlich sind. Merke dir: Das grammatische Geschlecht gehört zum Wort selbst, nicht zu dem, was es bezeichnet.
Dasselbe Prinzip gilt für Berufe. Dabei geht es nicht darum, Berufe nach Geschlecht zu verteilen, sondern um das grammatische Geschlecht in der Sprache. Zum Beispiel:
- der Polizist (männlich)
- die Polizistin (weiblich)
Sobald du diese Muster erkennst, siehst du auf einen Blick, warum Artikel und Nomen bei Personen, Tieren oder Berufen so zusammengehören, wie sie es tun.
Weitere Tipps, um das Geschlecht deutscher Nomen zu bestimmen
Neben den Grundregeln gibt es noch weitere Muster, die verraten, ob ein Nomen männlich, weiblich oder sächlich ist, und welcher Artikel dazugehört.
Männliche Nomen (der) sind typischerweise:
- Tage, Monate und Jahreszeiten, zum Beispiel der Montag, der Januar, der Sommer
- Himmelsrichtungen, etwa der Norden
- Auto- und Zugmarken, zum Beispiel der Mercedes
Weibliche Nomen (die) sind häufig:
- Grundzahlen, zum Beispiel die Eins
- Namen von Schiffen, Flugzeugen oder Motorrädern, etwa die Titanic
Sächliche Nomen (das) sind oft:
- Farben als Nomen, zum Beispiel das Rot
- die meisten Begriffe aus Wissenschaft, Technik und Mechanik
Ausnahmen gibt es zwar immer, doch mit diesen Mustern im Kopf lässt sich das Geschlecht der meisten Nomen mühelos vorhersagen. Und plötzlich wirken die deutschen Artikel gar nicht mehr so willkürlich, wie sie manchmal scheinen.
Fazit
Auch wenn der, die und das auf den ersten Blick willkürlich verteilt wirken, steckt in den meisten Fällen ein Muster dahinter. Die Endungen und die kleinen Regeln zeigen die Logik hinter deinem eigenen Sprachgefühl, das du bei jedem Satz ganz automatisch anwendest. Und beim nächsten der, die oder das Nutella weißt du wenigstens, warum sich die Geister streiten.
Sobald klar ist, wie der, die und das mit dem Geschlecht der Nomen zusammenhängen, wird der Plural fast zur Erholung. In den meisten Fällen steht im Plural nämlich einfach die. Die wichtigsten Ausnahmen bilden der Dativ und der Genitiv, aber insgesamt ist das Bilden und Verwenden von Pluralformen im Deutschen deutlich unkomplizierter als das Geschlecht im Singular.