Das japanische Alphabet: Hiragana, Katakana und Kanji

Japanisch schreibt man mit drei Schriftsystemen, die zusammenarbeiten. Jedes davon hat eine klare Aufgabe.

 

Anders als das Deutsche hat Japanisch kein einzelnes Alphabet. Stattdessen werden drei Schriftsysteme gemeinsam verwendet: Hiragana, Katakana und Kanji. Jedes hat eine eigene Funktion. Dazu kommt Rōmaji, die Umschrift in lateinischen Buchstaben, die dir als Lernhilfe dient. Auf den ersten Blick wirkt das einschüchternd. Das System ist aber logisch aufgebaut, und die meisten Anfänger beginnen mit Hiragana.

Dieser Ratgeber erklärt dir das japanische Alphabet und zeigt, wofür die einzelnen Schriften verwendet werden. Außerdem findest du hier die vollständige Hiragana- und Katakana-Tabelle mit Rōmaji-Lesung.

 

Die drei japanischen Schriftsysteme im Überblick

Geschriebenes Japanisch kombiniert drei Zeichensätze. Jeder davon hat einen anderen Zweck.

Hiragana und Katakana sind Silbenschriften. Jedes Zeichen steht also für eine ganze Silbe (etwa ka oder mi) und nicht für einen einzelnen Buchstaben. Nur die Vokale und das ん (n) stehen für einen einzelnen Laut.

Kanji dagegen sind Logogramme. Jedes Zeichen steht für eine Bedeutung oder ein ganzes Wort.

Ein typischer Satz mischt alle drei Schriften. Kanji stehen für die Hauptwörter, Hiragana für die Grammatik drumherum und Katakana für alles, was aus anderen Sprachen übernommen wurde.

Laut Ethnologue sprechen rund 125 Millionen Menschen Japanisch.

Hiragana: die Grundlage der japanischen Schrift

Hiragana ist die erste Schrift, die du als Lernende oder Lernender kennenlernst. Auch japanische Kinder lernen sie in der Schule als Erstes.

Die 46 Grundzeichen decken alle Laute der Sprache ab. Hiragana wird für ursprünglich japanische Wörter verwendet und für die grammatischen Teile eines Satzes, etwa Verbendungen und Partikeln. Die runden, fließenden Formen bilden die Grundlage für das Lesen und Schreiben. Neben schwierigen Kanji stehen oft kleine Hiragana (Furigana), die zeigen, wie das Zeichen gelesen wird.

Katakana: die Schrift für Fremdwörter und Namen

Katakana hat dieselben 46 Laute wie Hiragana. Die Zeichen sehen aber anders aus: Sie sind kantiger und eckiger.

Katakana wird vor allem für Lehnwörter aus anderen Sprachen verwendet, außerdem für ausländische Namen und Orte sowie für Lautmalerei.

Eine der ersten Aufgaben im Unterricht ist oft, den eigenen Namen in Katakana zu schreiben.

Viele Katakana-Wörter erkennst du wieder, wenn du sie laut liest. Zahlreiche davon stammen aus dem Englischen, einige sogar aus dem Deutschen. Beispiele sind アルバイト (arubaito, von "Arbeit", im Sinne von Nebenjob) und エネルギー (enerugī, Energie).

Kanji: Schriftzeichen aus dem Chinesischen

Kanji sind japanische Schriftzeichen, die aus dem Chinesischen übernommen wurden. Jedes steht für einen Begriff oder ein Wort. Verwendet werden sie für Nomen, Verben, Adjektive und Namen.

Insgesamt gibt es Zehntausende davon, aber du brauchst bei Weitem nicht so viele. Wer Japanisch lesen kann, stützt sich auf rund 2.136 Alltagszeichen, die sogenannten Jōyō-Kanji. Diese werden in der japanischen Schulzeit vermittelt. Ein Kanji kann je nach Kontext mehrere Lesungen haben. Deshalb sind Kanji das anspruchsvollste der drei Systeme, und deshalb steht oft Hiragana als Lesehilfe daneben.

Rōmaji: Japanisch in lateinischen Buchstaben

Rōmaji bedeutet, dass Japanisch mit dem lateinischen Alphabet geschrieben wird. Die Umschrift geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Damals schrieben portugiesische Jesuitenmissionare Japanisch erstmals in ihrer eigenen Rechtschreibung auf. Heute ist vor allem die spätere Hepburn-Umschrift verbreitet. Sie orientiert sich an der englischen Aussprache. "shi" klingt also wie "schi", "chi" wie "tschi" und "j" wie "dsch".

Rōmaji findest du auf manchen Schildern, in Wörterbüchern und Lehrbüchern sowie auf Tastaturen. Für den Einstieg ist die Umschrift eine nützliche Brücke. Das Ziel ist aber, Kana und Kanji selbst lesen zu können.

Wie wird Japanisch geschrieben? Die Schreibrichtung

Japanisch kann in zwei Richtungen geschrieben werden.

Die traditionelle Form ist in Romanen, Zeitungen und förmlichen Texten noch üblich. Dabei verläuft der Text in senkrechten Spalten von oben nach unten, und die Spalten folgen von rechts nach links aufeinander.

Die moderne Form ist in Lehrbüchern, im Geschäftsleben, in der Wissenschaft und überall im Digitalen verbreitet. Hier läuft der Text waagerecht von links nach rechts, genau wie im Deutschen.

Beide Formen sind völlig normal, und dir werden beide begegnen.

Hiragana-Tabelle: alle 46 Grundzeichen

Hier siehst du die 46 Hiragana-Grundzeichen mit ihrer Rōmaji-Lesung.

  a i u e o
(Vokal) あ a い i う u え e お o
k か ka き ki く ku け ke こ ko
s さ sa し shi す su せ se そ so
t た ta ち chi つ tsu て te と to
n な na に ni ぬ nu ね ne の no
h は ha ひ hi ふ fu へ he ほ ho
m ま ma み mi む mu め me も mo
y や ya — ゆ yu — よ yo
r ら ra り ri る ru れ re ろ ro
w わ wa (ゐ wi) — (ゑ we) を wo
n ん n — — — —

Katakana-Tabelle: alle 46 Grundzeichen

Das sind dieselben Laute noch einmal, diesmal in Katakana.

  a i u e o
(Vokal) ア a イ i ウ u エ e オ o
k カ ka キ ki ク ku ケ ke コ ko
s サ sa シ shi ス su セ se ソ so
t タ ta チ chi ツ tsu テ te ト to
n ナ na ニ ni ヌ nu ネ ne ノ no
h ハ ha ヒ hi フ fu ヘ he ホ ho
m マ ma ミ mi ム mu メ me モ mo
y ヤ ya — ユ yu — ヨ yo
r ラ ra リ ri ル ru レ re ロ ro
w ワ wa (ヰ wi) — (ヱ we) ヲ wo
n ン n — — — —

Stimmhafte und kombinierte Laute

Über die 46 Grundzeichen hinaus gibt es ein paar einfache Zusatzzeichen und Kombinationen, die den Zeichensatz erweitern.

Zwei kleine Striche (Dakuten) machen einen Laut stimmhaft. So wird か ka zu が ga, さ sa zu ざ za, た ta zu だ da und は ha zu ば ba. Ein kleiner Kreis (Handakuten) macht aus は ha ein ぱ pa. Außerdem kann ein kleines ya, yu oder yo mit einer Silbe auf -i verbunden werden. So entstehen zusammengezogene Silben: き ki plus kleines ya ergibt きゃ kya.

Diese Zeichen funktionieren in Hiragana und Katakana gleich.

Japanisches Alphabet lernen: So gehst du vor

Beginne mit Hiragana. Danach folgt Katakana, und erst dann wagst du dich an Kanji.

Lerne die Kana von Anfang an in der richtigen Strichfolge. Eine Tabelle oder ein Übungsheft hilft dir dabei. Mit der richtigen Strichfolge wird deine Schrift lesbar, und du kannst dir die Zeichen leichter merken.

Auch Eselsbrücken helfen. Verknüpfe dafür die Form eines Zeichens mit einem Bild oder einem Wort. Kanji lernst du am besten in kleinen, regelmäßigen Portionen statt alle auf einmal.

Lies und hör außerdem möglichst viel echtes Japanisch. Das können Lektüren für Lernende sein oder Anime im Original mit Untertiteln. So festigst du die Zeichen im Kontext.

Zusammenfassung

Das japanische Alphabet besteht aus drei Schriftsystemen, die zusammen verwendet werden:

  • Hiragana: 46 Zeichen für japanische Wörter und Grammatik
  • Katakana: 46 Zeichen für Fremdwörter und Namen
  • Kanji: Logogramme aus dem Chinesischen, von denen rund 2.136 im Alltag gebraucht werden

Ergänzt werden sie durch Rōmaji in lateinischer Schrift.

Japanisch kann senkrecht geschrieben werden (von oben nach unten, Spalten von rechts nach links) oder waagerecht (von links nach rechts).

Beginne mit Hiragana, lerne die Strichfolge und baue dein Wissen Schritt für Schritt aus.

Eine neue Schrift zu meistern ist genau die Art Herausforderung, für die die immersive Methode von SPRACHCAFFE gemacht ist.

FAQ

Nicht ein einzelnes. Das japanische Alphabet besteht aus drei Schriftsystemen, die zusammen verwendet werden. Hiragana und Katakana sind Silbenschriften. Kanji sind Schriftzeichen, die aus dem Chinesischen übernommen wurden.

Beide stehen für dieselben Silben. Hiragana wird für japanische Wörter und die Grammatik verwendet. Katakana wird vor allem für Lehnwörter aus anderen Sprachen und für Namen verwendet.

Kanji sind Logogramme. Jedes Zeichen steht für eine Bedeutung und hat eine oder mehrere Lesungen. Es gibt Tausende davon, doch für Zeitungen und Bücher im Alltag reichen einige Tausend aus.

Hiragana. Diese Schrift ist die Grundlage des Schriftsystems. Wenn du Hiragana lernst, kannst du schon einfache Wörter und Grammatik lesen. Danach folgen Katakana und nach und nach Kanji.

In einem strukturierten Sprachkurs lernst du die Schrift und das Sprechen von Anfang an gemeinsam.

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