Comino: mehr als die Blaue Lagune

Warum du Maltas kleinste Insel nicht nach zwei Stunden wieder verlassen solltest und was die meisten Besucher dabei komplett übersehen.

Die meisten Menschen verbringen auf Comino keine drei Stunden. Sie kommen mit dem Ausflugsboot, springen für ein Foto in die Blaue Lagune, trinken einen Cocktail aus dem Plastikbecher und sind am Nachmittag wieder weg. Genau das ist der größte Fehler, den du auf Malta machen kannst.

Denn Comino, die kleinste bewohnte Insel des maltesischen Archipels, ist weit mehr als ihre berühmte Lagune. Wer bleibt, findet stille Buchten ohne Menschenseele, jahrhundertealte Wachtürme und eine Tierwelt, die es fast nirgendwo sonst im Mittelmeer gibt. In diesem Artikel nehmen wir dich mit auf die ganze Insel, nicht nur auf das eine Postkartenmotiv. Am Ende weißt du genau, warum sich der Umweg lohnt.

Wo liegt Comino?

Erst einmal zur Orientierung. Comino liegt mittendrin, eingebettet zwischen der Hauptinsel Malta und ihrer ruhigeren Schwester Gozo. Gerade einmal 3,5 Quadratkilometer misst dieses Stück Land. Autos gibt es keine, Hotelburgen auch nicht. Kleine Fähren und Ausflugsboote bringen dich in wenigen Minuten herüber. Die Frage ist also nicht, wie du nach Comino kommst. Die Frage ist, wie lange du bleibst.

Die Blaue Lagune: der berühmte Anfang

Fangen wir dort an, wo alle anfangen: in der Blauen Lagune. Und ja, sie hält, was die Fotos versprechen. Die geschützte Bucht zwischen Comino und dem winzigen Felseiland Cominotto sieht aus wie ein Pool, den die Natur selbst angelegt hat. Das Wasser schimmert in allen erdenklichen Blau- und Türkistönen, der helle Sandboden lässt es von unten heraus leuchten.

Zum Schnorcheln in der Blauen Lagune brauchst du kaum mehr als eine Taucherbrille. Kaum tauchst du ein, öffnet sich eine bunte Unterwasserwelt aus Fischen, Felsen und Lichtspielen. Kein Wunder, dass dieser Ort zu den meistfotografierten ganz Maltas gehört.

Aber hier ist der Haken: Am Vormittag legen die Boote an, und die Lagune füllt sich schnell. Komm früh, dann gehört dir das Paradies fast allein. Und wenn die Massen kommen, ziehst du einfach weiter. Denn genau dort, wo die Tagesgäste umkehren, beginnt das eigentliche Comino.

Die Wachtürme, die kaum jemand erklimmt

Die wenigsten Besucher gehen weiter als bis zum Strand. Ein Fehler, denn zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten auf Comino zählen seine alten Wehrtürme.

Der Santa Marija Tower, oft auch St. Mary's Tower oder schlicht Comino Tower genannt, thront seit dem 17. Jahrhundert über der Küste. Die Ritter des Johanniterordens ließen ihn errichten, um die Inseln vor Piraten zu schützen.

Heute verteidigt der Turm niemanden mehr. Doch der kurze Aufstieg lohnt sich. Vor dir breitet sich das azurblaue Mittelmeer aus, dahinter zeichnen sich die Silhouetten von Malta und Gozo ab.

Hier oben, mit der ganzen Insel zu deinen Füßen, verstehst du Comino zum ersten Mal richtig. Es ist kein Foto-Stopp. Es ist ein Ort mit Geschichte.

Die stillen Strände, die auf keiner Postkarte stehen

Die Blaue Lagune kennt jeder. Cominos zweites Gesicht kennen nur wenige. Gehst du ein Stück weiter, erreichst du die Santa Marija Bay, eine ruhige Bucht, in der mediterrane Pinien fast bis ans Wasser reichen. Feiner Sand, klares Wasser, kaum ein Mensch. Hier findest du genau das, was im Hochsommer anderswo selten geworden ist: Platz und Stille.

Auch die benachbarte Crystal Lagoon ist ein Traum für alle, die das Abenteuer suchen. Ihre Felsformationen und das tiefblaue Wasser laden zum Tauchen und zu Bootstouren ein, hinein in schattige Grotten und verborgene Winkel. Du merkst: Comino belohnt jeden, der bereit ist, ein paar Schritte abseits der bekannten Pfade zu gehen.

Eine Insel, die den Tieren gehört

Und es gibt noch eine Schicht, die du nur entdeckst, wenn du langsam machst. Weil so wenige Menschen hier leben, gehört Comino vor allem den Tieren.

Über den Klippen kreisen Eleonorenfalken, in Felshöhlen nisten Sturmtaucher, und mit etwas Glück zeigt sich draußen im Wasser sogar die seltene Mittelmeer-Mönchsrobbe.

Große Teile der Insel stehen unter Naturschutz, und das spürst du bei jedem Schritt.

Comino ist kein Ort, den man abhakt. Es ist ein Ort, den man erlebt. Aber nur, wenn man ihm die Zeit dafür gibt.

So erlebst du Comino wirklich

Du ahnst es vielleicht schon: Comino zeigt sich nur denen, die bleiben. Die schönsten Seiten dieser Insel siehst du nicht in zwei Stunden zwischen Boot und Cocktail. Du siehst sie am frühen Morgen in der leeren Lagune, oben am Turm, allein an der Santa Marija Bay.

Am einfachsten gelingt das, wenn Malta für eine Weile dein Zuhause wird. Englisch lernen auf Malta bedeutet eben nicht nur, an Vokabeln zu feilen. Es bedeutet, am Wochenende mit neuen Freundinnen und Freunden aus aller Welt aufs Boot zu steigen, in der Blauen Lagune zu schnorcheln und abends am Strand über den Tag zu lachen, in einem fröhlichen Durcheinander aus Sprachen. Genau dafür steht SPRACHCAFFE: Auf einer Sprachreise nach Malta lernst du eine Sprache, du triffst Menschen, und du sammelst Erlebnisse, die bleiben.

Sei also nicht der Gast, der nach zwei Stunden zurück aufs Boot steigt. Bleib ein wenig länger. Comino erzählt seine schönsten Geschichten erst denen, die bereit sind, zuzuhören.

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