Englische Nachnamen: Häufige, seltene & alte

Sie stammen von Berufen, Orten und Spitznamen. Manche sterben aus, andere begegnen dir überall.
 

Englische Nachnamen sind so vielfältig wie die Geschichte des Landes. Sie gehen auf Berufe, Orte, Vornamen und Spitznamen zurück, und es gibt unzählige davon. Manche tragen Hunderttausende Menschen, andere nur noch eine Handvoll. Dieser Ratgeber stellt dir die häufigsten englischen Nachnamen und ihre Bedeutung vor. Außerdem findest du einige seltene und aussterbende Namen, ein paar herrlich kuriose Beispiele und englische Familiennamen mit adeligen Wurzeln.

Wie englische Nachnamen entstanden sind

In England entstanden Nachnamen aus einem ganz praktischen Grund, genau wie fast überall auf der Welt und auch bei uns: Man wollte Menschen mit demselben Vornamen auseinanderhalten.

Es gab nur wenige Vornamen, und sie wiederholten sich in einem Dorf oft. Deshalb fügte man einen zweiten Namen hinzu. Er verwies auf den Beruf, die Herkunft, den Vater oder ein auffälliges Merkmal. Mit der Zeit wurden diese Namen vererbt.

Darum lassen sich die meisten englischen Familiennamen einigen wenigen Typen zuordnen:

Berufsnamen (Smith, Taylor), Vatersnamen (Jones, Wilson), Herkunftsnamen (nach einem Ort oder Landschaftsmerkmal) und beschreibende Übernamen (Brown, White).

Die häufigsten englischen Nachnamen

Der häufigste Nachname im Vereinigten Königreich ist Smith, den rund 650.000 Menschen tragen. Er ist sozusagen das englische Gegenstück zu unserem Schmidt. Es folgen Jones, Taylor und weitere typische englische Nachnamen, die du bestimmt aus Filmen, Serien oder dem Englischunterricht kennst.

NachnameTypHerkunft und Bedeutung
SmithBerufsnameVom Schmied oder Metallhandwerker, einem Beruf, den es in jedem Dorf gab
JonesVatersnameSohn von John (walisisch); aus dem älteren Joneson entstand das heutige Johnson
TaylorBerufsnameVon "tailor" (Schneider, altfranzösisch tailleur); 1273 in den Hundred Rolls als Taylour verzeichnet
BrownÜbernameFür jemanden mit braunem oder dunklem Haar, vom alten Wort brun
WilsonVatersnameSohn von Will (William), vom germanischen Willahelm, "entschlossener Beschützer"
DaviesVatersnameSohn von David (Davie oder Davey), besonders verbreitet in Wales
JohnsonVatersnameSohn von John
EvansVatersnameNachkomme von Evan, der walisischen Form von John
ThompsonVatersnameSohn von Thom, der Kurzform von Thomas
RobertsVatersnameSohn von Robert (dessen Koseform Robin zu Robinson wurde)
WhiteÜbernameFür jemanden mit hellem Haar oder blasser Haut, vom altenglischen hwit, "weiß"

Seltene und aussterbende Nachnamen

Unter den britischen Nachnamen gibt es auch viele seltene. Manche trägt nur noch eine Handvoll Menschen, und sie sind vom Aussterben bedroht. Hier einige seltene englische Nachnamen:

  • Sallow: von einem mittelalterlichen Wort für die Weide (den Baum); belegt seit 1841, viele Sallow-Familien lebten später in den USA.
  • Villan: taucht bereits im Domesday Book (1085 bis 1086) auf; vermutlich verwandt mit "villein" (einem feudalen Pächter), erhalten in Formen wie Villanus, Vilein und Villane.
  • Fernsby: soll "Siedlung bei den Farnen" bedeuten, aus "fern" (Farn) und der altnordischen Endung -by, mit der die Wikinger eine Siedlung bezeichneten.
  • Relish: erstmals im 14. Jahrhundert belegt; möglicherweise vom altfranzösischen relaisse, "etwas Zurückgelassenes". Wie daraus ein Nachname wurde, ist unklar.
  • Miracle: walisischen Ursprungs, von Meuric (einer walisischen Form von Maurice, lateinisch Mauritius); die meisten Menschen namens Miracle leben heute in Nordamerika.
  • Dankworth: wohl "Tancreds Hof", aus einer Koseform des Namens Tancred und dem altenglischen -worth für eine Einfriedung oder einen Hof.

Kuriose und lustige Nachnamen

Manche englischen Nachnamen bringen dich zum Schmunzeln, vor allem wenn du sie wörtlich übersetzt.

  • Birdwhistle (Birtwistle): ein Name aus Lancashire, der meist auf einen Ort zurückgeführt wird. "Twistle" bezeichnet eine Stelle, an der Bäche zusammenfließen.
  • Winterbottom: aus "winter" und "bottom" in seiner alten Bedeutung Tal oder tiefgelegene Weide. Gemeint ist also "das Wintertal" und nicht etwa das, woran du vielleicht zuerst denkst.
  • Jelly: Trotz der Bedeutung "Wackelpudding" geht der Name vermutlich auf den Vornamen Giles zurück.
  • Onion: nicht die Zwiebel, sondern der walisische Personenname Enion (Einion), besonders verbreitet in Wales.
  • Gotobed: 1269 als Gotobedde belegt; wörtlich "Geh ins Bett", aber höchstwahrscheinlich ein Spitzname und keine wörtliche Beschreibung.

Alte englische Nachnamen aus dem Adel

Einige Familiennamen gehen auf Adelsfamilien und ihre Titel zurück.

  • Astley: ein alter Familienname, verbunden mit den Baronen Astley.
  • Byron: die Familie der Barone Byron; der Dichter Lord Byron war der sechste Baron.
  • Capell: die Familie der Earls of Essex.
  • Clifford: die Barone Clifford of Chudleigh.
  • Courtenay: die Familie der Earls of Devon.
  • Coventry: die Familie der Earls of Coventry.
  • Dormer: die Barone Dormer.

Zusammenfassung

Nachnamen aus England haben vor allem vier Quellen: Berufe (Smith, Taylor), den Namen des Vaters (Jones, Wilson, Johnson), Orte und beschreibende Übernamen (Brown, White).

Am häufigsten ist Smith, gefolgt von Jones und Taylor. Dazu kommen seltene Namen, die zu verschwinden drohen (Sallow, Fernsby, Miracle), Kuriositäten wie Winterbottom und Gotobed sowie Namen mit adeligen Wurzeln wie Byron und Courtenay.

Jeder dieser Namen ist ein kleines Stück englischer Sozialgeschichte. Sich mit ihnen zu beschäftigen, ist ein wunderbarer Einstieg in Sprache und Kultur, am besten auf einer Sprachreise nach England mit SPRACHCAFFE.

FAQ

Die meisten gehen auf vier Quellen zurück: Berufe (Smith, Baker), Orte (Hill, London), Vor- bzw. Vatersnamen (Johnson, Williams) und Übernamen, die eine Person beschreiben (Brown, Long).

Smith ist der häufigste Nachname in England. Ursprünglich war er ein Berufsname für einen Schmied bzw. Metallhandwerker. Auch Jones, Williams und Taylor gehören zu den häufigsten Namen.

Sie entstanden aus der praktischen Notwendigkeit, Menschen mit demselben Vornamen auseinanderzuhalten, weil es nur wenige Vornamen gab. Mit der Zeit wurden diese zusätzlichen Namen vererbt.

Ja. Viele verraten bis heute einen Beruf, einen Ort, einen Vorfahren oder eine Eigenschaft. Ein Nachname trägt also oft ein kleines Stück mittelalterlicher Familiengeschichte in sich.

Am besten, indem du Englisch lernst, wo es gesprochen wird: Bei einem Englischkurs in England tauchst du direkt in die Sprache und ihre Geschichte ein.

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