Englische Wörter im Deutschen: Denglisch

Im Deutschen wimmelt es von englischen Wörtern. Das ist ein echter Vorsprung beim Englischlernen, bis man auf die Wörter trifft, die im Englischen etwas völlig anderes bedeuten.
 

Wenn du Deutsch sprichst, sprichst du schon mehr Englisch, als du denkst, denn unsere Sprache steckt voller englischer Wörter. Gerade im Beruf, in der Technik und in der Popkultur bedienen wir uns so großzügig, dass die Mischung einen eigenen Spitznamen hat: Denglisch, eine Verschmelzung aus Deutsch und Englisch. Dieser Ratgeber zeigt dir Beispiele für Anglizismen, die wir täglich verwenden, und wie wir sie an die deutsche Grammatik anpassen. Außerdem geht es um die Scheinanglizismen, die zwar englisch aussehen, im Englischen aber etwas ganz anderes bedeuten.

Alltägliche Anglizismen

Viele englische Wörter haben sich kaum oder gar nicht verändert im Deutschen eingebürgert, und du hörst sie ständig.

AnglizismusAnmerkung
der Jobeine Arbeitsstelle, oft neben dem deutschen "Arbeit" verwendet
das Teamein Team, eine Arbeitsgruppe
das Meetingeine Besprechung
das MarketingMarketing, Absatzförderung
der Managereine Führungskraft
die E-Maileine elektronische Nachricht
der Laptopein tragbarer Computer
das HomeofficeArbeiten von zu Hause; im Englischen sagt man "working from home"
das Feedbackeine Rückmeldung
das Eventeine Veranstaltung
coolcool, genau wie im Englischen

Englische Wörter nach deutschen Regeln

Das Besondere an Denglisch ist, dass entlehnte Wörter an die deutschen Regeln angepasst werden.

Jedes Nomen bekommt ein Geschlecht und einen Großbuchstaben. So entstehen das Meeting, der Computer und die E-Mail, wobei das Genus nicht immer vorhersehbar ist.

Englische Verben erhalten deutsche Endungen und werden konjugiert: downloaden, googeln, chatten, liken und posten.

So sagen wir ganz selbstverständlich "Ich google das" oder "Sie hat das Foto gepostet" und setzen den englischen Wortstamm in einen deutschen Satz.

Scheinanglizismen: die falschen Freunde

Am kniffligsten sind die Wörter, die zwar englisch aussehen, im Englischen aber gar nicht so verwendet werden. Wenn du sie im Urlaub oder im Job gegenüber englischsprachigen Menschen benutzt, erntest du eher fragende Blicke. Diese falschen Freunde solltest du dir deshalb gut einprägen.

Deutsches WortWas Muttersprachler darunter verstehen könntenWas wir meinen (und wie es auf Englisch heißt)
das Handyetwas Praktisches, Nützlichesein Mobiltelefon (mobile phone, US: cell phone)
der Beamerein Auto (Slang für einen BMW)ein Projektor (projector)
der Oldtimereinen älteren Menschenein klassisches Auto (classic car, vintage car)
das Public Viewingdie Aufbahrung eines VerstorbenenSportübertragung auf Großbildleinwänden (public screening)
das Shootingeine Schießereiein Fotoshooting (photo shoot)
der Showmaster(gar kein englisches Wort)ein Fernsehmoderator (TV host, presenter)

Handy ist das Paradebeispiel. Es gehört zu den häufigsten Wörtern im deutschen Alltag, und trotzdem käme kein Engländer auf die Idee, dass damit ein Telefon gemeint ist. Handy auf Englisch heißt "mobile phone" oder kurz "mobile".

Warum es im Deutschen so viele englische Wörter gibt

Englische Wörter gelangen aus denselben Gründen ins Deutsche, aus denen sich Lehnwörter überall verbreiten. Technik und Internet bringen ihr englisches Vokabular gleich mit, die globale Wirtschaft arbeitet mit englischen Fachbegriffen, und englischsprachige Musik, Filme und Social Media sind allgegenwärtig.

Nicht alle begrüßen diese Entwicklung, und schon lange wird darüber diskutiert, wie viel Englisch der deutschen Sprache guttut. Für alle, die Englisch lernen, ist die Bilanz aber erfreulich, denn ein großer Teil des englischen Wortschatzes ist dir längst vertraut.

Ein Wort der Vorsicht gehört trotzdem dazu. Nicht jedes englisch klingende Wort bedeutet, was du denkst, und die Aussprache ist bei uns oft eingedeutscht. Im Englischen klingen viele dieser Wörter anders, als deine Ohren es gewohnt sind.

Zusammenfassung

Das Deutsche steckt so voller englischer Wörter, dass die Mischung einen eigenen Namen hat: Denglisch.

Alltägliche Anglizismen wie Job, Team, Meeting, Laptop und cool verwenden wir genauso wie im Englischen. Übernommene Verben (downloaden, googeln, liken) bekommen deutsche Endungen, und jedes Nomen erhält ein Geschlecht.

Vorsicht ist bei Scheinanglizismen wie Handy (mobile phone), Beamer (projector) und Oldtimer (classic car) geboten. Sie sehen englisch aus, bedeuten dort aber etwas anderes.

Für Deutschsprachige macht all das Englisch zugänglicher, als es auf den ersten Blick scheint. Ein echtes Gefühl für die Sprache bekommst du am besten bei einem Englischkurs oder einer Sprachreise nach England mit SPRACHCAFFE.

FAQ

Anglizismen sind englische Wörter, die im Deutschen verwendet werden, etwa "Computer", "Team", "Download" und "Meeting". Besonders häufig sind sie in Technik, Wirtschaft, Werbung und Jugendsprache, und viele gehören längst selbstverständlich zu unserem Alltagsdeutsch.

Ein Scheinanglizismus ist ein Wort, das englisch aussieht, im Englischen aber anders verwendet wird oder gar nicht existiert. Das Paradebeispiel ist "Handy", das im Deutschen ein Mobiltelefon bezeichnet. Ein weiteres ist "Beamer" für einen Projektor.

Ja. Übernommene englische Nomen erhalten einen deutschen Artikel und ein Geschlecht und werden großgeschrieben, etwa "das Meeting" oder "der Computer". Englische Verben werden nach deutschem Muster konjugiert, aus "downloaden" wird also "ich downloade".

Englisch dominiert Technik, Wissenschaft, Wirtschaft und Popkultur, deshalb verbreitet sich sein Wortschatz zusammen mit diesen Bereichen. Das Deutsche nimmt die Wörter bereitwillig auf und passt sie an. Darum tauchen im Alltag immer wieder neue englische Begriffe auf.

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