Starke Verben einfach erklärt

Starke Verben ändern bei der Konjugation ihren Stammvokal. Wer die Muster kennt, muss nicht jede Form einzeln auswendig lernen.
 

Im Deutschen gibt es drei Arten von Verben: schwache (regelmäßige), starke (unregelmäßige) und eine kleine Gruppe gemischter Verben.

Starke Verben gehören zu den unregelmäßigen Verben im Deutschen. Sie ändern ihren Stammvokal, um die Vergangenheitsformen zu bilden, deshalb lassen sich ihre Formen nicht vollständig aus dem Infinitiv ableiten. Sie machen nur einen kleinen Teil aller deutschen Verben aus. Darunter sind aber viele der häufigsten Wörter im Alltag, und deshalb lohnt es sich, sie früh zu lernen.

Dieser Ratgeber erklärt, wie starke Verben funktionieren, und zeigt dir die wichtigsten mit allen Formen, die du wirklich brauchst.

Was macht ein Verb „stark“?

Ein starkes Verb bildet sein Präteritum und sein Partizip II, indem es den Stammvokal ändert. Regelmäßige Endungen hängt es dafür nicht an.

Den Unterschied zwischen starken und schwachen Verben siehst du am besten im direkten Vergleich: Beim schwachen Verb spielen heißt es spielte und gespielt, beim starken Verb sprechen dagegen sprach und gesprochen. Hier ändert sich der Vokal selbst.

Viele starke Verben ändern ihren Vokal auch im Präsens, allerdings nur in der du- und der er/sie/es-Form (zum Beispiel ich spreche, aber du sprichst, er spricht).

Um ein starkes Verb sicher zu verwenden, brauchst du drei Stammformen: den Infinitiv, das Präteritum und das Partizip II. Wenn du diese drei Stammformen kennst, hast du die wichtigsten Formen im Griff und kannst alle anderen bilden und erkennen.

Starke Verben: Liste der häufigsten Verben mit allen Formen

Starke Verben lassen sich in Gruppen mit demselben Vokalwechsel einteilen. Deshalb fällt es leichter, sie in Gruppen zu lernen statt einzeln. Die Spalte "Hilfsverb" zeigt, mit welchem Hilfsverb das Perfekt gebildet wird. Die meisten Verben bilden das Perfekt mit haben. Das Perfekt mit sein steht häufig bei Verben, die eine Bewegung oder eine Zustandsveränderung ausdrücken.

InfinitivPräsens (er/sie/es)PräteritumPartizip IIHilfsverb
sprechensprichtsprachgesprochenhaben
gebengibtgabgegebenhaben
essenisstaßgegessenhaben
lesenliestlasgelesenhaben
sehensiehtsahgesehenhaben
nehmennimmtnahmgenommenhaben
helfenhilfthalfgeholfenhaben
treffentriffttrafgetroffenhaben
fahrenfährtfuhrgefahrensein / haben*
tragenträgttruggetragenhaben
schlafenschläftschliefgeschlafenhaben
fallenfälltfielgefallensein
haltenhälthieltgehaltenhaben
laufenläuftliefgelaufensein / haben*
bleibenbleibtbliebgebliebensein
schreibenschreibtschriebgeschriebenhaben
findenfindetfandgefundenhaben
singensingtsanggesungenhaben
trinkentrinkttrankgetrunkenhaben
schwimmenschwimmtschwammgeschwommensein / haben*
klingenklingtklanggeklungenhaben
geltengiltgaltgegoltenhaben
gehengehtginggegangensein
kommenkommtkamgekommensein

* Manche Verben bilden das Perfekt je nach Bedeutung oder Verwendung mit sein oder haben. Zum Beispiel heißt es Ich bin nach Berlin gefahren (Ortswechsel), aber Ich habe das Auto gefahren (mit Akkusativobjekt).

Starke Verben in Beispielsätzen

Im Satzzusammenhang prägen sich die Formen besser ein. In Klammern steht jeweils die Form im Präteritum.

Sie hat das Buch gelesen (Präteritum: Sie las das Buch).

Er ist mit dem Zug gefahren (Präteritum: Er fuhr mit dem Zug).

Du hast mir sehr geholfen (Präteritum: Du halfst mir sehr).

Sie ist gestern geschwommen (Präteritum: Sie schwamm gestern).

Er hat einen Apfel gegessen (Präteritum: Er aß einen Apfel).

Viele Verben, die eine Bewegung von einem Ort zum anderen beschreiben, bilden das Perfekt mit sein, etwa gehen und fahren. Andere Verben stehen in der Regel mit haben.

Ein Hinweis zu Modalverben

Auch Modalverben wie müssen, dürfen und können sind unregelmäßig. Sie folgen aber ihren eigenen Mustern, deshalb lernst du sie am besten separat.

Zusammenfassung

Starke Verben ändern ihren Stammvokal, um die Vergangenheit zu bilden. Der Trick ist deshalb, für jedes Verb drei Formen zu lernen: Infinitiv, Präteritum und Partizip II.

Sie lassen sich in Familien mit gleichem Vokalwechsel ordnen. So wird aus einer langen Liste eine Handvoll Muster. Weil so viele Alltagsverben stark sind, zahlt sich die Mühe schnell aus.

Wenn du Deutsch als Fremdsprache lernst, festigst du diese Muster am schnellsten in einem Deutschkurs mit SPRACHCAFFE, weil du dort echte Praxis bekommst.

FAQ

Ein starkes Verb ändert seinen Stammvokal, um Präteritum und Partizip II zu bilden. Dieses Muster nennt man Ablaut. Aus "gehen" wird "ging" und "gegangen". Schwache Verben hängen dagegen einfach regelmäßige Endungen an.

Schwache Verben sind regelmäßig. Der Stamm bleibt gleich, im Präteritum kommt -te dazu und im Partizip II ge…t (machen, machte, gemacht). Starke Verben ändern den Vokal und bilden das Partizip II auf -en (singen, sang, gesungen).

Zu den häufigsten gehören sein, gehen, kommen, sehen, nehmen, geben und sprechen. Weil sie so oft vorkommen, solltest du sie zuerst lernen.

Lerne sie mit ihren drei Stammformen: Infinitiv, Präteritum und Partizip II. Fasse außerdem Verben mit demselben Vokalwechsel zu Gruppen zusammen. Wenn du sie in echten Sätzen verwendest, zum Beispiel in einem Sprachkurs mit SPRACHCAFFE, sitzen die Formen schneller als mit Tabellen allein.

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