Reiseführer Kuba

Kuba ist nicht nur die flächenmäßig größte Insel der Karibik, sondern auch die mit den meisten Einwohnern. Die Bevölkerung setzt sich aus den Nachfahren der indigenen indianischen Bevölkerung sowie spanischen und afrikanischen Einwanderern zusammen.
 

Die Karibikinsel bietet daher eine unglaublich vielfältige Kultur. Musik und Tanz sind wesentliche Bestandteile des kubanischen Lebensgefühls. Bekannte Tänze wie der Son, der Mambo, die Salsa, der Cha-Cha-Cha oder die Rumba haben hier ihren Ursprung. Neben der Musik spielt auch die Literatur eine sehr große Rolle.

Literaturbegeisterte treffen sich regelmäßig in den örtlichen Kulturhäusern, um sich gegenseitig ihre Werke und Gedichte vorzulesen. Einer der berühmtesten Schriftsteller ist der Amerikaner Ernest Hemingway, der mehr als 20 Jahre auf Kuba lebte.

Die größte Stadt Kubas und der gesamten Karibik ist Havanna. Ein Viertel der Bevölkerung konzentriert sich in der Hauptstadt. Die nächstgrößeren Städte sind Santiago de Cuba, Camagüey, Holguín und Guantánamo.

 

Geografie

Kuba ist ein Archipel, das aus der gleichnamigen Hauptinsel, der Isla de la Juventud und rund 4.195 kleineren Inseln besteht. Das Archipel gehört zu den Großen Antillen. Kuba grenzt im Nordwesten an den Golf von Mexiko, im Norden an den Atlantik und im Süden an das Karibische Meer. Die Insel liegt etwa 180 km von den USA und 210 km von Mexiko entfernt.

Zeitzone

Kuba liegt 6 Stunden hinter Europa (MEZ).

Klima und beste Reisezeit für Kuba

Das Klima auf Kuba ist tropisch und wird von den Nordost-Passatwinden bestimmt. Der Zeitraum von November bis April ist die Trockenzeit, während die Regenzeit von Mai bis Oktober dauert. Von Juni bis November ist mit tropischen Wirbelstürmen zu rechnen, die das wirtschaftlich schwache Kuba oft hart treffen.

Als Reaktion auf die Wirbelsturmsaison hat Kuba ein sehr gut funktionierendes Katastrophenschutzsystem aufgebaut. Die sommerlichen Temperaturen liegen das ganze Jahr über im Schnitt zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Mit rund 200 Sonnentagen ist Kuba ein echtes Ganzjahresziel.

Klimadiagramm (Havanna)

    Jan Feb März Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
  Höchsttemperatur 26° 27° 28° 29° 30° 31° 31° 32° 31° 29° 27° 27°
  Tiefsttemperatur 18° 19° 19° 21° 22° 23° 24° 24° 24° 23° 21° 20°
  Sonnenstunden 6 h 7 h 8 h 9 h 9 h 8 h 9 h 8 h 7 h 6 h 5 h 5 h
  Wassertemperatur 25° 24° 25° 26° 27° 27° 28° 28° 28° 27° 27° 27°
  Regentage 6 5 4 5 7 10 9 10 11 11 7 6

Einreisebestimmungen für Kuba

Für einen Aufenthalt von maximal 30 Tagen benötigst du eine Touristenkarte (diese kann einmalig um 30 Tage verlängert werden).

Die Touristenkarte muss vor der Einreise erworben werden und ist bei kubanischen Botschaften sowie bei einigen Fluggesellschaften am Flughafen erhältlich.

Für einen längeren Aufenthalt benötigst du ein Visum, das ebenfalls von der kubanischen Botschaft ausgestellt wird. Dafür kann eine Einladung erforderlich sein. Die Bearbeitung kann mehrere Wochen dauern, daher empfehlen wir dir, dich rechtzeitig darum zu kümmern.

Währung auf Kuba

Seit der Währungsreform am 1. Januar 2021 gibt es auf Kuba nur noch eine offizielle Währung: den Peso Cubano (CUP). Die frühere Touristenwährung, der Peso Convertible (CUC), wurde abgeschafft und ist nicht mehr gültig. Achte daher auf ältere Reiseinformationen, die noch von zwei Währungen oder vom CUC sprechen, denn sie sind überholt.

Der Peso Cubano ist in 100 Centavos unterteilt. Es gibt Geldscheine in den Stückelungen 1, 3, 5, 10, 20, 50, 100, 200, 500, 1.000, 2.000 und 5.000 Pesos sowie Münzen in kleineren Werten.

Bargeld ist nach wie vor das wichtigste Zahlungsmittel. Der US-Dollar wird offiziell nicht mehr in den staatlichen Wechselstuben (CADECA) getauscht, Euro und einige andere Fremdwährungen werden dagegen akzeptiert. Kreditkarten (Visa, Mastercard) funktionieren nur eingeschränkt, etwa in Hotels, bei Mietwagen oder im Viazul-Bus. Nimm daher am besten ausreichend Bargeld in kleineren Euro-Scheinen mit.

Gesundheit

Du darfst nur nach Kuba einreisen, wenn du über eine private Krankenversicherung mit entsprechendem Versicherungsschutz verfügst. Als Nachweis genügt in der Regel eine Versicherungsbescheinigung oder die Karte deiner Reisekrankenversicherung.

Die üblichen Impfungen wie Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A solltest du haben. Bei einem Aufenthalt von mehr als vier Wochen werden zusätzlich Impfungen gegen Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen.

Auf Kuba ist das Leitungswasser nicht zum Trinken geeignet. Abgefülltes Trinkwasser ist in Geschäften erhältlich. Obst und Gemüse solltest du vor dem Verzehr schälen oder kochen, um Durchfallerkrankungen zu vermeiden.

Packliste

Sei bestens auf deine Reise vorbereitet und prüfe mit unserer Packliste, ob du alles dabei hast, was du brauchst.

Religion

Kuba war bis 1992 ein atheistischer Staat. Erst durch eine Verfassungsänderung wurde das Land säkular, sodass nun auch Gläubige politisch aktiv sein dürfen.

Die am stärksten vertretenen Religionen sind der Katholizismus und die Santería, eine Mischreligion aus der traditionellen Religion der westafrikanischen Yoruba und christlichen Elementen.

In den letzten Jahren sind viele protestantische Gemeinden auf Kuba entstanden. Auch die Zeugen Jehovas sind stark vertreten.

Politik

Kuba ist eine Republik, in der die Macht vom Staatsapparat, der Armee und der Kommunistischen Partei Kubas, der PCC (der einzigen zugelassenen Partei), ausgeübt wird. Staatsoberhaupt ist heute Miguel Díaz-Canel. Er übernahm 2018 das Präsidentenamt von Raúl Castro und löste ihn 2021 auch als Ersten Sekretär der PCC ab. Damit steht zum ersten Mal seit der Revolution kein Mitglied der Familie Castro an der Spitze des Landes.

Sprache und Verständigung

Die Landessprache der Insel ist Spanisch. Es unterscheidet sich zwar von dem in Spanien gesprochenen Spanisch, ähnelt aber dem in anderen spanischsprachigen Ländern der Karibik, etwa der Dominikanischen Republik, Puerto Rico sowie an den karibischen Küsten Kolumbiens und Venezuelas.

Die traditionelle Begrüßung auf Kuba ist der Händedruck. Die Einheimischen reden sich mit "compañero" an, als Tourist solltest du jedoch "señor" oder "señora" sagen. Alle Kubaner haben zwei Nachnamen; wenn du sie mit Namen ansprichst, verwendest du allerdings nur den ersten.

Öffentliche Verkehrsmittel

Zwar verfügt die Insel über ein gut ausgebautes Straßennetz, doch sind die Straßen oft in schlechtem Zustand, weshalb wir dir zu vorsichtigem Fahren raten. Wenn du nicht selbst fahren möchtest, kannst du dich auf die lokale Eisenbahngesellschaft und das Überlandbus-Unternehmen verlassen, das die sogenannten "Viazul"-Busse für Touristen betreibt.

Die Isla de la Juventud und weitere Inseln erreichst du per Fähre, ebenso die Hafenbuchten von Santiago de Cuba, Cienfuegos und Havanna.

Geschichte

Die ersten Bewohner wanderten bereits um 3500 v. Chr. nach Kuba ein und kamen aus Südamerika.

Nachdem Kolumbus Kuba 1492 entdeckt hatte, eroberte die spanische Krone die Insel. Tausende Indigene starben in Kriegen mit den Spaniern und an den von den Europäern eingeschleppten Krankheiten. Die Zahl der indigenen Bevölkerung sank auf etwa 5.000. Daher wurden afrikanische Sklaven ins Land gebracht, um auf den Rinderfarmen und in der Lederproduktion zu arbeiten.

Im 18. Jahrhundert besetzten britische Truppen die Insel und brachten weitere Zwangsarbeiter aus Afrika für den Anbau auf den Zuckerrohrplantagen. Bis 1820 war Kuba der größte Zuckerproduzent der Welt.

Im Krieg gegen die USA verlor Spanien 1898 seine Vorherrschaft über Kuba. Kuba erlangte Anfang des 20. Jahrhunderts seine Unabhängigkeit, unterstand aber weiterhin der US-amerikanischen Militärverwaltung. Der erste Präsident der Republik Kuba war Tomás Estrada Palma.

1940 wurde Fulgencio Batista Präsident. Der Diktator erlangte die vollständige Unabhängigkeit Kubas von den USA. Mit einem Aufstand übernahm der Revolutionsführer Fidel Castro 1959 das Amt des Ministerpräsidenten. Eine Land- und Agrarreform wurde eingeführt und privater Grundbesitz damit verstaatlicht. Daraufhin verhängten die USA ein Handelsembargo gegen Kuba. Trotz erheblicher Hilfe aus Russland wurde Kubas Wirtschaft mit dem Ende der Sowjetunion schwer geschädigt.

Der Tourismus gewann auf Kuba immer mehr an Bedeutung. 1998 besuchte Papst Johannes Paul II. die Insel. 2008 übergab Präsident Fidel Castro, der seit 1976 an der Macht war, sein Amt an seinen Bruder Raúl Castro.

Festivals

Havanna Zigarrenfestival (Februar bis März): Zigarrenliebhaber aus aller Welt pilgern jedes Jahr zum einzigartigen "Festival del Habano". Hier dreht sich alles um den Genuss der Zigarre: Es werden Zigarrenneuheiten vorgestellt, Plantagen und Manufakturen besucht und Seminare angeboten, in denen Besucher das Rollen von Zigarren üben können.

Boleros de Oro (Juni): Das 1986 vom Komponisten und Musikwissenschaftler José Loyola Fernández ins Leben gerufene Festival Boleros de Oro gilt als das angesehenste der Bolero-Veranstaltungen diesseits des Atlantiks.

Karneval von Havanna (Juli bis August): Der karibische Karneval ist ein Muss: Seit 1573 findet dieses traditionelle Spektakel aus Umzügen, bunten Kostümen, ausgelassenen Straßenpartys, wilden Tänzen und bezauberndem Feuerwerk in Havanna statt.

Internationales Ballettfestival (Oktober bis November): Alle zwei Jahre ist das "Gran Teatro de La Habana Alicia Alonso" Gastgeber des Ballettfestivals, das 1960 kurz nach der kubanischen Revolution gegründet wurde. Heute ist es ein fester Bestandteil der kubanischen Kulturszene. Tänzer aus allen Kontinenten sind hier vertreten und präsentieren kreative Tänze auf hohem Niveau. Auf YouTube findest du Aufnahmen des Ballet Nacional de Cuba.

Internationales Filmfestival (Dezember): Für Südamerika-Fans ist das Filmfestival von Havanna absolut sehenswert: Jedes Jahr werden hier vor allem südamerikanische Filme gezeigt. Während des Festivals werden Preise für die besten Filme verliehen.

Feiertage

  • Der Día de la Liberación (Tag der Befreiung) wird am 1. Januar gefeiert, da am 1. Januar 1959 der Sieg der Revolution verkündet wurde.
  • Der 1. Mai ist der Día de los Trabajadores (Tag der Arbeit).
  • Am 25., 26. und 27. Juli wird der Día de la Rebeldía Nacional (Jahrestag der Revolution) begangen. Am 26. Juli 1953 stürmten Fidel Castro und eine Untergrundgruppe die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba und die Céspedes-Kaserne in Bayamo und lösten damit die Revolution aus.
  • Der 10. Oktober markiert den Inicio de las Guerras por la Independencia (Beginn des Unabhängigkeitskriegs).

Essen

Die kubanische Küche ist eine Kombination aus spanischen, afrikanischen und karibischen Gerichten. Die Grundnahrungsmittel sind schwarze Bohnen und Reis. Heimisches Gemüse sind Tomaten, Mais, Kartoffeln, Yucca und Paprika, oft kombiniert mit Kürbis, Kohl, Hähnchen und Schweinefleisch.

Fisch und Meeresfrüchte sind häufig sehr teuer und nur in Hotelrestaurants erhältlich. In den eher einfachen Restaurants sowie in den "Paladares" gibt es preiswerte, typisch kubanische Gerichte.

Typische Touristenfehler

Anders als ihre Nachbarn in Lateinamerika halten sich die Kubaner aus Angst vor Sanktionen sehr strikt an Gesetze und Vorschriften, und auch Touristen sollten das tun.

"Oben ohne" am Strand zu liegen wird von Kubanern nicht gern gesehen und sollte nur an den Stränden der All-inclusive-Resorts gemacht werden.

Kindern ist das Betteln auf Kuba verboten. Dennoch halten viele Kinder gern die Hand auf, wenn sie Touristen sehen. Gib ihnen kein Geld.

Verabschiede dich von der Vorstellung, dass das Internet auf Kuba so funktioniert wie in den meisten anderen Ländern. WLAN ist vor allem über die Hotspots und Guthabenkarten des Anbieters ETECSA verfügbar und insgesamt langsam und unzuverlässig. Mobiles Internet gibt es zwar inzwischen, doch solltest du dich nicht in jeder Situation darauf verlassen.

Hinweise und Reisetipps für Kuba

Das Servicepersonal wird auf Kuba sehr schlecht bezahlt und erhält seinen Lohn in Peso Cubano (CUP), der nicht viel wert ist. Trinkgeld ist daher zu einem wichtigen, inoffiziellen Teil des Einkommens geworden.

Denke beim Bezahlen daran! Im Restaurant sind etwa 10 % üblich (manchmal ist dies bereits in der Rechnung enthalten). Trinkgeld gibst du heute in Peso Cubano oder in Euro, dem Reiseleiter zum Beispiel rund 5 Euro pro Tag und deinem Fahrer etwa 3 Euro pro Tag.

Kleines Wörterbuch

Deutsch Spanisch
Hallo! ¡Hola!
Guten Morgen! ¡Buenos días!
Guten Tag! ¡Buenas tardes!
Willkommen! ¡Bienvenido/a!
Wie geht’s dir? ¿Cómo estás?
Gut, danke! ¡Bien, gracias!
Und dir? ¿Y tú?
Vielen Dank! ¡(Muchas) gracias!
Gern geschehen! ¡Con mucho gusto!
Gute Nacht!! ¡Buenas noches!
Bis später! ¡Hasta más tarde!
Tschüss! ¡Adios!
Ich habe mich verlaufen Estoy perdida
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Kannst du mir helfen? ¿Disculpe, puede ayudarme?
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