Welche Sprache ist am einfachsten zu lernen? Die leichtesten Sprachen für Deutsche

Als deutsche Muttersprachlerin oder deutscher Muttersprachler hast du bei Niederländisch, den skandinavischen Sprachen und den romanischen Sprachen einen echten Vorsprung – das sind die einfachsten Sprachen für Deutsche.
 

Du möchtest eine neue Sprache lernen, weißt aber noch nicht, welche? Dann fang am besten mit einer an, die dir leichtfällt. Die eine einfachste Sprache der Welt gibt es zwar nicht, denn wie schnell du vorankommst, hängt vor allem von deiner Muttersprache ab. Mit Deutsch hast du bei mehreren Sprachen aber einen klaren Vorsprung: Entweder sind sie eng mit dem Deutschen verwandt, oder sie teilen viel Wortschatz mit Deutsch und mit dem Englisch, das du aus der Schule kennst.

Dieser Ratgeber zeigt dir, was eine Sprache leicht macht, und beantwortet die Frage „Welche Sprache soll ich lernen?“ mit den Sprachen, die Deutschen am leichtesten fallen. Denn beim Sprachen lernen gilt: Welche Sprache ist am einfachsten zu lernen? Die, bei der du auf möglichst viel Bekanntes aufbauen kannst.

Was macht eine Sprache leichter zu lernen?

Wie schwer eine Sprache ist, hängt von mehreren Faktoren ab, und der wichtigste ist deine eigene Muttersprache. Diese Punkte spielen die größte Rolle:

  • Sprachfamilie: Eine Sprache, die wie Deutsch zur germanischen Familie gehört, teilt Grammatik und Grundwortschatz, vieles wirkt also sofort vertraut.
  • Gemeinsamer Wortschatz: Auch nicht verwandte Sprachen können Tausende Wörter teilen. Das Deutsche hat viel aus dem Lateinischen und Französischen übernommen, und dein Englisch steckt voller lateinischer Wurzeln, deshalb begegnen dir in den romanischen Sprachen ständig Wörter, die du schon halb kennst.
  • Schrift: Eine Sprache mit lateinischem Alphabet erspart dir das Lernen einer neuen Schrift.
  • Einfache, regelmäßige Grammatik: Wenige Ausnahmen und wenig Auswendiglernen bedeuten schnellere Fortschritte.
  • Vorhersehbare Aussprache: Eine Sprache, die so gesprochen wird, wie sie geschrieben wird, lässt sich schneller aussprechen und schreiben.

Eine hilfreiche Orientierung ist die Rangliste des US Foreign Service Institute (FSI), die Sprachen danach einteilt, wie lange Englischsprachige zum Lernen brauchen: In der leichtesten Kategorie sind es etwa 24 bis 30 Wochen Unterricht. Für deutsche Muttersprachler gibt es keine vergleichbare offizielle Rangliste, da Deutsch und Englisch aber eng verwandt sind, taugt die Einteilung gut als Richtwert. Alle Sprachen unten gehören dort zur leichtesten Kategorie.

Niederländisch lernen: der nächste Verwandte des Deutschen

Niederländisch ist die engste große Verwandte des Deutschen, beide teilen sehr viel Wortschatz und einen ähnlichen Satzbau, bis hin zum Verb am Ende des Nebensatzes. Vieles im geschriebenen Niederländisch kannst du schon vor dem ersten Kurs erraten (huis, water, boek), und die Grammatik ist sogar einfacher als die deutsche: keine Fälle und nur zwei grammatische Geschlechter. Das macht Niederländisch zu einem der sanftesten Einstiege überhaupt.

Norwegisch (sowie Schwedisch und Dänisch)

Die skandinavischen Sprachen sind bei Deutschen beliebt, weil ihre Grammatik bemerkenswert einfach ist: Verben ändern sich nicht nach der Person, es gibt keine Fälle, und die Wortstellung ähnelt der deutschen. Dazu kommen viele gemeinsame Wörter, nicht zuletzt dank der niederdeutschen Lehnwörter aus der Hansezeit. Norwegisch gilt oft als die leichteste der drei, mit klarer Aussprache und viel vertrautem Wortschatz. Schwedisch lernen fühlt sich sehr ähnlich an, Dänisch ist auf dem Papier genauso nah, aber schwieriger auszusprechen.

Spanisch

Spanisch ist nicht direkt mit dem Deutschen verwandt, gehört aber zu den zugänglichsten Sprachen überhaupt. Die Aussprache ist regelmäßig und phonetisch: Kennst du die Regeln, kannst du fast jedes Wort aussprechen, und auch die Rechtschreibung ist konsequent. Rund 500 Millionen Menschen sprechen Spanisch als Muttersprache, und als beliebtes Urlaubsland der Deutschen liegt Spanien quasi vor der Haustür, Übungspartner, Filme und Musik findest du also überall. Viele Wörter kennst du außerdem schon über das Lateinische, aus dem Deutschen oder aus dem Englischen.

Italienisch

Italienisch ist eine weitere romanische Sprache, die Deutschen entgegenkommt. Wie Spanisch ist sie weitgehend phonetisch und lässt sich leicht vorlesen, und über das Lateinische teilt sie viel Wortschatz mit Deutsch und Englisch, von Musik bis Küche kennst du ohnehin schon einiges. Die klaren Vokale ähneln den deutschen, das macht die Aussprache deutlich einfacher als im Französischen.

Französisch

Französisch hat im Deutschen mehr Spuren hinterlassen als die meisten anderen Sprachen, ein Erbe der engen Nachbarschaft und des starken französischen Einflusses im 17. und 18. Jahrhundert. Wörter wie Restaurant, Büro, Garage oder Portemonnaie hast du schon im Alltag, und dein Englisch hilft zusätzlich, denn ein großer Teil des englischen Wortschatzes stammt aus dem Französischen. Lesen und Wortschatzaufbau gehen daher schnell. Ist Französisch schwer? Der Haken liegt bei Aussprache und Rechtschreibung, die weniger vorhersehbar sind (Nasallaute, stumme Endungen). Französisch gut zu sprechen braucht also etwas mehr Übung, ist aber gut machbar.

Die einfachsten Sprachen für Deutsche im Überblick

Sprache Sprachfamilie Warum sie für Deutsche leichter ist
Niederländisch Westgermanisch Nächster Verwandter des Deutschen; gemeinsamer Wortschatz und Satzbau
Norwegisch Nordgermanisch Sehr einfache Grammatik; ähnliche Wortstellung; klare Aussprache
Schwedisch Nordgermanisch Einfache Grammatik; viel gemeinsamer Wortschatz
Dänisch Nordgermanisch Auf dem Papier nah am Deutschen; die Aussprache ist die Herausforderung
Spanisch Romanisch Regelmäßige, phonetische Aussprache; riesiges Lernangebot
Italienisch Romanisch Weitgehend phonetisch; lateinischer Wortschatz, den du teils kennst
Französisch Romanisch Viele Lehnwörter im Deutschen; schwierigere Aussprache

Zusammenfassung

Für Deutsche sind die engen germanischen Verwandten am einfachsten, also Niederländisch und die skandinavischen Sprachen (Norwegisch, Schwedisch und Dänisch), dazu die romanischen Sprachen, die viel Wortschatz mit Deutsch und Englisch teilen: Spanisch, Italienisch und Französisch. Was eine Sprache leicht macht, ist eine Mischung aus Sprachfamilie, gemeinsamen Wörtern, vertrautem Alphabet, einfacher Grammatik und regelmäßiger Aussprache.

Such dir die Sprache aus, die dich reizt, und bau auf dem auf, was du schon kannst. Es wird schneller gehen, als du denkst, erst recht bei einem Sprachkurs im Ausland mit SPRACHCAFFE, wo du Spanisch, Französisch und Italienisch direkt in den Ländern lernst, in denen sie gesprochen werden.

FAQ

Für Deutsche sind Sprachen am einfachsten, die eng mit dem Deutschen verwandt sind oder viel Wortschatz mit ihm teilen, etwa Niederländisch, Norwegisch, Spanisch, Italienisch und Französisch. Das FSI zählt sie alle zur schnellsten Lerngruppe.

Vor allem die Ähnlichkeit mit deiner eigenen Sprache - ein gemeinsamer Wortschatz, ein vertrautes Alphabet, ähnliche Grammatik und Laute, die du bereits kennst - verkürzt die Zeit, die du brauchst, um die Sprache zu beherrschen.

Ja, für Deutsche gilt Spanisch als leicht: Es nutzt dasselbe Alphabet, teilt viel lateinischen Wortschatz mit Deutsch und Englisch und wird weitgehend so ausgesprochen, wie es geschrieben wird.

Meistens ja. Deutsch ist eine germanische Sprache, deshalb teilen Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch und Dänisch Struktur und Wortschatz mit ihm, auch wenn jede Sprache ihre Eigenheiten hat.

Eine Sprachreise in ein Land, in dem die Sprache gesprochen wird, bringt dich besonders schnell in Schwung.

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