Britische Nachnamen & ihre Bedeutung

Die häufigsten Nachnamen Großbritanniens verraten den Beruf, die Herkunft oder das Aussehen eines Vorfahren. So wird jede Namensliste zur kleinen Geschichtsstunde.
 

Nachnamen stecken voller Geschichte: Sie können auf den Beruf eines Vorfahren hinweisen, auf seinen Herkunftsort, ein körperliches Merkmal oder die Familie, zu der er gehörte. In diesem Ratgeber stellen wir dir die häufigsten englischen Nachnamen und ihre Herkunft vor, aus England, Wales, Schottland und Nordirland. Du erfährst ihre Bedeutung und stößt dabei auf so manche Überraschung.

Woher britische Nachnamen kommen

Wie im Deutschen, denk an Müller, Schmidt oder Meyer, entstanden auch in Großbritannien Nachnamen als praktische Lösung. Mit ihnen ließen sich Menschen mit demselben Vornamen auseinanderhalten.

Der zweite Name verwies auf etwas Unverwechselbares. Die meisten englischen Familiennamen lassen sich deshalb einigen wenigen Typen zuordnen: einem Ort oder Landschaftsmerkmal, einem Handwerk oder Beruf, einer körperlichen oder persönlichen Eigenschaft, einer Farbe oder einer Familie bzw. einem Clan. Im letzten Fall spricht man von einem Patronym, also "Sohn von".

Mit dem Britischen Empire und späteren Auswanderungswellen gelangten diese Namen in die USA, nach Kanada, Australien und in viele andere Länder. Ihre ursprüngliche Bedeutung behielten sie dabei. Deshalb begegnen dir typische englische Nachnamen heute auf der ganzen Welt.

Die häufigsten britischen Nachnamen

Viele der häufigsten Nachnamen in Großbritannien gehen auf Berufe oder Patronyme zurück, und auffallend viele stammen aus Wales:

NachnameBedeutung
SmithSchmied oder Metallarbeiter; der häufigste Nachname Großbritanniens (das englische Gegenstück zu Schmidt)
JonesWalisisch, "Sohn von John"
Williams"Sohn von William"
BrownBraunes Haar oder gebräunter Teint
TaylorSchneider (von engl. tailor)
DaviesWalisisch, "Sohn von David"
Wilson"Sohn von Will"
EvansWalisisch, "Sohn von Evan" (eine Form von John)
Thomas"Sohn von Thomas", besonders verbreitet in Wales
Roberts"Sohn von Robert", häufig in Wales

Nachnamen nach Ort und Landschaft

Viele Nachnamen verraten, wo jemand lebte oder geboren wurde, oft an einem markanten Punkt in der Landschaft.

NachnameHerkunft
HillJemand, der an einem Hügel wohnte
WoodJemand, der an einem Wald wohnte
ShawVon einem kleinen Wäldchen oder Gehölz
HallJemand, der in einem Herrenhaus (hall) arbeitete
BrookJemand, der an einem Bach wohnte
FordJemand, der an einer Furt wohnte (wie in Frankfurt)
LeeVon einer Waldlichtung oder Wiese
GreenJemand, der am Dorfanger wohnte

Nachnamen nach Handwerk und Beruf

Viele alte englische Nachnamen halten den Beruf eines Vorfahren fest. Sie stammen aus einer Zeit, in der das Handwerk von den Eltern an die Kinder weitergegeben wurde. Oft gibt es ein deutsches Gegenstück: Baker ist der Becker, Cooper der Böttcher.

NachnameHerkunft
ArcherBogenschütze, im mittelalterlichen Krieg sehr geschätzt
BakerBäcker
PagePage, also junger Diener eines Adligen
PotterTöpfer, der Gefäße und Keramik herstellte
CooperBöttcher, der Fässer herstellte
WrightHandwerker oder Hersteller (wie in cartwright, Wagenbauer)
SpoonerLöffelmacher
YatesTorwächter oder jemand, der an einem Tor wohnte

Nachnamen nach Farbe und Aussehen

Manche Nachnamen beschrieben, wie jemand aussah: seine Haarfarbe, seinen Teint oder seine typische Kleidung.

NachnameHerkunft
BlackDunkles Haar oder dunkler Teint
WhiteHelles Haar oder blasser Teint
BrownBraunes Haar oder gebräunter Teint
GreyGraues Haar oder im Alter ergraut
ReidRotes Haar (nordenglische und schottische Form von "Read")

Schottische Nachnamen und die Vorsilbe "Mac"

Die schottische Gesellschaft war lange in Clans organisiert, also in Großfamilien mit einem gemeinsamen Vorfahren. Der Nachname war ein Zeichen der Zugehörigkeit. Das markanteste Merkmal schottischer Nachnamen ist die Vorsilbe Mac (oder Mc), die "Sohn von" bedeutet:

  • MacDonald, "Sohn von Donald"
  • MacGregor, "Sohn von Gregor"
  • MacKenzie, "Sohn von Kenneth"

Walisische Nachnamen

Viele der gängigsten Nachnamen Großbritanniens stammen aus Wales, und die meisten davon sind Patronyme. Das alte walisische "ap" oder "ab" ("Sohn von") verschmolz im Lauf der Zeit mit dem Namen. Deshalb gibt es in Großbritannien so viele Familien namens Jones, Davies, Williams, Evans, Thomas und Roberts. Weitere typisch walisische Nachnamen sind Owen (vom Vornamen), Floyd (von Llwyd, "grau"), Perry (von ap Herry, "Sohn von Harry"), Griffin (von Gruffudd) und Vaughan (von fychan, "klein" oder "der Jüngere").


Nordirische Nachnamen

Nordirland teilt die gälische Tradition der Vorsilben Mac ("Sohn von") und O' ("Nachkomme von"), etwa bei McGuinness oder O'Neill. Wie viele irische Nachnamen sind sie tief in der Familiengeschichte der Insel verwurzelt.

Zusammenfassung

Nachnamen aus Großbritannien sind kleine Zeitkapseln.

Die häufigsten, etwa Smith, Jones, Williams, Brown und Taylor, gehen vor allem auf Berufe, Patronyme und das Aussehen zurück. Bemerkenswert viele stammen aus Wales.

Andere verweisen auf die Landschaft (Hill, Wood, Ford), eine Farbe (Black, White, Grey), einen schottischen Clan (die "Mac"-Namen) oder eine irische Familienlinie (die "Mac"- und "O'"-Namen).

Jeder dieser Namen ist ein kleines Stück Vergangenheit. Am lebendigsten wird diese Geschichte, wenn du die Sprache dort hörst, wo sie entstanden ist: bei einer Sprachreise nach England mit SPRACHCAFFE.

FAQ

Wie Nachnamen anderswo auch entstanden sie, um Menschen mit demselben Vornamen zu unterscheiden. Sie verweisen auf einen Beruf, einen Ort, ein körperliches Merkmal oder einen Vorfahren.

Smith führt in ganz Großbritannien, gefolgt von Namen wie Jones (vor allem in Wales), Williams, Brown und Taylor. Schottland und Nordirland steuern eigene häufige Namen bei.

Jones ist ein Patronym und bedeutet "Sohn von John". In der walisischen Namenstradition gab es nur wenige gängige Vornamen, deshalb wurden einige Nachnamen extrem häufig.

Ja. Schottische und irische Nachnamen tragen oft die Vorsilbe "Mac" bzw. "O'", was "Sohn von" und "Nachkomme von" bedeutet. Darin zeigt sich eine gälische Namenstradition, die sich von der englischen unterscheidet.

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