Spanische Adjektive: Angleichung, Stellung und Beispiele
Adjektive beschreiben Substantive, und wer Adjektive auf Spanisch richtig verwenden will, braucht vor allem zwei Regeln: die Angleichung und die Stellung. Spanische Adjektive passen sich in Geschlecht und Zahl an ihr Substantiv an. Das kennst du aus dem Deutschen, mit einem wichtigen Unterschied: Im Spanischen wird das Adjektiv auch nach ser und estar angeglichen (La casa es roja, das Haus ist rot).
Adjektive angleichen: Geschlecht und Zahl
Jedes Adjektiv richtet sich nach Geschlecht und Zahl seines Substantivs:
- Maskulin Singular: die Grundform (alto für groß, rojo für rot).
- Feminin Singular: Adjektive auf -o enden auf -a (alta, roja).
- Plural: Nach Vokal hängst du -s an, nach Konsonant -es. Aus der Endung -z wird dabei -ces (feliz, felices).
Zwei Besonderheiten solltest du kennen. Adjektive auf -e oder Konsonant sind in der Regel geschlechtsneutral und verändern sich nur im Plural (un coche grande wird zu unos coches grandes). Eine feminine Form auf -a bilden dagegen Nationalitätsadjektive auf Konsonant (un hombre español wird zu una mujer española) sowie Adjektive auf -or, -án, -ín und -ón (un chico trabajador, una chica trabajadora).
Beispiele: un coche rojo (ein rotes Auto), una casa roja (ein rotes Haus), unos coches rojos (einige rote Autos), unas casas rojas (einige rote Häuser).
Stellung der Adjektive
Als Grundregel gilt: Beschreibende Adjektive stehen nach dem Substantiv (un libro interesante, ein interessantes Buch), im Deutschen ist es genau umgekehrt. Bestimmte Gruppen stehen dagegen vor dem Substantiv: Mengenangaben wie mucho (viel) und poco (wenig), Grund- und Ordnungszahlen (tres libros, el primer día) sowie die kurzen Possessivbegleiter wie mi (mein) und tu (dein). Auch Demonstrativbegleiter wie este und ese stehen vor dem Substantiv und werden angeglichen. Mehr dazu findest du auf der Seite zu den Demonstrativpronomen.
Verkürzte Formen (Apokope)
Einige Adjektive verlieren direkt vor einem maskulinen Substantiv im Singular ihren Endvokal oder ihre letzte Silbe: bueno wird zu buen (un buen día), malo zu mal (un mal momento), primero zu primer (el primer día), tercero zu tercer (el tercer piso), uno zu un (un libro), ninguno zu ningún (ningún problema) und alguno zu algún (algún día). Die Ausnahme ist grande: Es verkürzt sich vor jedem Substantiv im Singular zu gran, egal ob maskulin oder feminin (un gran hombre, una gran mujer). Vorangestellt bedeutet gran übrigens "großartig", nachgestellt heißt grande "groß".
Komparativ im Spanischen
Komparativ und Superlativ folgen im Spanischen festen Mustern. Für Vergleiche gilt:
- Überlegenheit (mehr als): más + Adjektiv + que. María es más alta que Juan.
- Unterlegenheit (weniger als): menos + Adjektiv + que. Juan es menos alto que María.
- Gleichheit (so … wie): tan + Adjektiv + como. Juan es tan alto como Pedro.
Beachte: Bei normalen Vergleichen steht más que, vor Zahlen dagegen más de (Tengo más de veinte libros). In verneinten Sätzen bedeutet no … más que "nur" (No tengo más que veinte euros). Vier Adjektive haben unregelmäßige Komparative ohne más: bueno wird zu mejor (besser), malo zu peor (schlechter), grande zu mayor (älter, bedeutender) und pequeño zu menor (jünger, geringer). Geht es um die körperliche Größe, sagst du meist más grande oder más pequeño.
Superlativ im Spanischen
Der relative Superlativ drückt den höchsten Grad innerhalb einer Gruppe aus. Du bildest ihn mit bestimmtem Artikel und der Vergleichsstruktur: María es la más alta de la clase (María ist die Größte in der Klasse). Der absolute Superlativ beschreibt eine sehr hohe Intensität ohne Vergleich. Bei Adjektiven auf Vokal fällt der Endvokal weg und du hängst -ísimo, -ísima, -ísimos oder -ísimas an (alto wird zu altísimo), bei Adjektiven auf Konsonant kommt die Endung direkt dazu (fácil wird zu facilísimo). Damit die Aussprache erhalten bleibt, ändert sich teilweise die Schreibung: rico wird zu riquísimo, largo zu larguísimo und feliz zu felicísimo.
Lo im Spanischen: der neutrale Artikel
Mit dem neutralen Artikel lo machst du aus einem Adjektiv ein abstraktes Substantiv: Lo difícil es empezar (Das Schwierige ist der Anfang) und Lo importante es la salud (Das Wichtigste ist die Gesundheit). Die Verbindung lo que entspricht "was" oder "das, was", zum Beispiel in No entiendo lo que dices (Ich verstehe nicht, was du sagst).