Subjuntivo Spanisch: Bildung & Verwendung

Der Subjuntivo im Spanischen verliert seinen Schrecken, sobald du ihn als Modus für Wünsche, Zweifel und alles noch nicht Wirkliche verstehst.
 

Der Subjuntivo gehört zu den kniffligsten Themen der spanischen Grammatik, auch für Deutschsprachige. Wir kennen zwar den Konjunktiv, doch der funktioniert ganz anders: Nach „Ich hoffe, dass …“ steht im Deutschen ganz normal der Indikativ, im Spanischen dagegen der Subjuntivo. Viel leichter wird es, wenn du ihn als Modus des Nicht-Wirklichen siehst. Er steht für Wünsche, Zweifel, Gefühle und Dinge, die noch nicht passiert sind. Dieser Ratgeber konzentriert sich auf den Presente de subjuntivo, also die Form, die du am häufigsten brauchst. Er zeigt dir, wie du ihn bildest und wann du ihn verwendest.

Was ist der Subjuntivo?

Das Spanische kennt zwei Hauptmodi.

Der Indikativ stellt Tatsachen fest ("Sie arbeitet hier"). Der Subjuntivo drückt dagegen aus, was man sich wünscht, bezweifelt, fühlt oder erhofft, statt es als Tatsache hinzustellen ("Ich hoffe, dass sie hier arbeitet").

Fast immer steht er in einem Nebensatz mit que, nach einem Auslöser im Hauptsatz.

Subjuntivo-Bildung: So bildest du den Presente de subjuntivo

Nimm die yo-Form des Präsens im Indikativ und streich das -o am Ende. Dann hängst du die "vertauschten" Subjuntivo-Endungen an: Verben auf -ar bekommen Endungen mit -e, Verben auf -er und -ir Endungen mit -a.

Personhablar (sprechen)comer (essen)vivir (leben)
yohablecomaviva
túhablescomasvivas
él / ella / ustedhablecomaviva
nosotroshablemoscomamosvivamos
vosotroshabléiscomáisviváis
ellos / ustedeshablencomanvivan

Die wichtigsten unregelmäßigen Verben im Subjuntivo

Einige sehr häufige Verben sind im Presente de subjuntivo unregelmäßig. Es lohnt sich, sie auswendig zu lernen.

Personserestarirdarsaberhaber
yoseaestévayadésepahaya
túseasestésvayasdessepashayas
él / ella / ustedseaestévayadésepahaya
nosotrosseamosestemosvayamosdemossepamoshayamos
vosotrosseáisestéisvayáisdeissepáishayáis
ellos / ustedesseanesténvayandensepanhayan

Wann benutzt man den Subjuntivo?

Der Subjuntivo wird durch bestimmte Ausdrücke im Hauptsatz ausgelöst, auf die que folgt.

Eine praktische Eselsbrücke für diese Subjuntivo-Auslöser ist das Akronym WEIRDO. Es stammt aus dem Englischen, lässt sich aber bis auf das D gut aufs Deutsche übertragen:

  • W - Wünsche: querer que, desear que, esperar que, preferir que. Quiero que vengas (Ich möchte, dass du kommst).
  • E - Emotionen: alegrarse de que, temer que, sentir que. Me alegro de que estés aquí (Ich freue mich, dass du hier bist).
  • I - Impersonale Ausdrücke: es importante que, es posible que, es necesario que. Es importante que estudies (Es ist wichtig, dass du lernst).
  • R - Ratschläge und Bitten: recomendar que, sugerir que, pedir que. Te recomiendo que lo intentes (Ich empfehle dir, es zu versuchen).
  • D - Zweifel und Verneinung (engl. "doubt"): dudar que, no creer que, no pensar que. Dudo que llueva (Ich bezweifle, dass es regnet).
  • O - Ojalá: Ojalá que haga sol (Hoffentlich scheint die Sonne).

Zwei Verben sorgen beim Lernen oft für Verwirrung. Pretender bedeutet "beabsichtigen" oder "versuchen" und nicht "vortäuschen" (das heißt fingir), auch wenn das englische "to pretend" genau das nahelegt. Añorar heißt "sich sehnen nach" oder "vermissen". Beide drücken einen Wunsch oder eine Absicht aus und verhalten sich deshalb wie andere Auslöser-Verben.

Ein kurzes Beispiel

Vergleiche die beiden Modi direkt nebeneinander.

Indikativ (eine Tatsache): Sé que hablas español (Ich weiß, dass du Spanisch sprichst).

Subjuntivo (ein Wunsch): Espero que hables español (Ich hoffe, dass du Spanisch sprichst).

Es ist dasselbe Verb, hablar, aber der Auslöser "espero que" verlangt den Subjuntivo: hables. Im Deutschen bleibt dagegen in beiden Sätzen "sprichst" stehen.

Zusammenfassung

Der Presente de subjuntivo ist halb so wild, wie er aussieht.

Du bildest ihn aus der yo-Form des Präsens mit den vertauschten Endungen. Dazu lernst du die paar unregelmäßigen Verben (ser, estar, ir, dar, saber, haber) und achtest auf die WEIRDO-Auslöser mit que.

Übe ihn in echten Sätzen, dann geht er dir schnell in Fleisch und Blut über. Am schnellsten klappt das, wenn du Spanisch vor Ort lernst. Mit einer Sprachreise nach Spanien oder Kuba mit SPRACHCAFFE fühlt sich der Subjuntivo bald ganz natürlich an.

FAQ

Der Subjuntivo ist ein Verbmodus, mit dem man Wünsche, Zweifel, Gefühle, Möglichkeiten und unsichere Dinge ausdrückt, statt reine Tatsachen festzustellen. Er steht meist in Nebensätzen mit "que", zum Beispiel in "espero que vengas".

Nimm die "yo"-Form des Präsens, streich das -o und hänge die vertauschten Endungen an: -ar-Verben bekommen Endungen mit -e, -er- und -ir-Verben Endungen mit -a. Aus "hablar" wird so "hable", aus "comer" wird "coma".

Du brauchst ihn nach Ausdrücken des Wunsches, des Gefühls, des Zweifels, der Verneinung und nach unpersönlichen Wertungen. Er steht auch nach bestimmten Konjunktionen, jeweils wenn das Subjekt wechselt. "Quiero que estudies" (Ich möchte, dass du lernst) verlangt ihn, eine einfache Tatsachenfeststellung dagegen nicht.

Er wirkt schwierig, weil es im Deutschen keine direkte Entsprechung gibt. Er folgt aber klaren Auslösern. Am schnellsten beherrschst du ihn mit viel Hören und Sprechen, zum Beispiel bei einem Spanischkurs mit SPRACHCAFFE. So werden die Muster schnell zur Gewohnheit.

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